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Am 17. August endete die ca. 1000 km lange Flusstour von Heinz Ratz in Kiel. Die BUNDjugend hat den Künstler den ganzen Tag mit dem Kanu und abends mit einem Infotisch im Kieler Metro-Kino begleitet.
Die BUNDjugend hat Heinz Ratz auf den letzten 20 Kilometern seiner 3-monatigen Tour durch Gewässer in ganz Deutschland begleitet. Pünktlich um halb elf stiegen wir am schönen Kirchsee in Preetz in unsere Kanus. Es war ein leicht bewölkter, aber angenehm warmer und windarmer Tag.
Gerade am Treffpunkt angekommen waren wir ausgestiegen und wollten es uns etwas gemütlich machen, da hieß es auch schon wieder einsteigen. „Er ist da!“. Und so schwamm er an uns vorbei – mit seiner weißen Badekappe, begleitet von einem Kanu. Wir also hinterher. Das Tempo war sehr angenehm und zeitweilig konnten wir uns (dank des leichten Rückenwindes) auch im Wasser treiben lassen.  Zu unseren beiden Booten kamen noch einige Mitfahrer aus Süddeutschland hinzu (genauer gesagt aus Lindau am Bodensee), wo die ganze Tour begonnen hatte. Auch von ihnen war einer mit ins Wasser gegangen, merkte aber ziemlich schnell, dass man schon sehr viel Kondition brauchte, um dem gleichmäßigen Tempo eines Heinz Ratz standhalten zu können. Und dadurch hinkte er soweit zurück, dass er schließlich mit in eins unserer Kanus einstieg. Und so fuhren wir nun ganz gemächlich die Schwentine hinunter und wunderten uns von Zeit zu Zeit, wie Heinz Ratz es anstellte, über so eine weite Strecke am Stück zu schwimmen. Auch vorbeispazierende oder fahrende Passanten erfreuten sich zeitweilig am Geschehen. Manchen gaben wir auch Flyer mit und luden sie zum abendlichen Benefizkonzert ins Metro-Kino ein.  Trotz etwas Müll und ein paar umhertreibenden Flaschen fiel uns auf, dass die Schwentine ein recht sauberer Fluss ist, der landschaftlich gesehen einiges zu bieten hat. Wie Ratz feststellte, war es auf jeden Fall leichter dort zu schwimmen, als beispielsweise im Rhein, der als große Wasserstraße lebensbedrohlich auf ihn gewirkt hatte. Außerdem waren am Ufer waren viele blühende Pflanzen zu entdecken und auch Tiere wie Enten, Haubentaucher, Gänse, Libellen und sogar eine Flussschildkröte begegneten uns. Den Eisvogel haben wir aber leider nicht gesehen…
Ein bisschen schwierig wurde es allerdings am Rosensee, der auf den ersten Blick mit etlichen Seerosen wunderbar idyllisch aussah. Dem war aber leider nicht so: durch das immense Algenvorkommen hatten wir – und besonders der sich im Wasser befindende Ratz – stark zu kämpfen. Ein zügiges Vorankommen war durch den grünen Teppich unmöglich, wir hatten Mühe, die Paddel überhaupt ins Wasser zu bekommen.
Als wir nach dieser Qual endlich an der Ausstiegsstelle in Raisdorf ankamen, mussten wir unsere Boote umsetzen, da eine Wehranlage den Weg versperrte. Auf uns wartete bereits ein Kamerateam, das Heinz Ratz auf seiner gesamten Tour immer mal wieder begleitet, um am Ende einen Dokumentarfilm über seine Erlebnisse zu drehen. So ging es rund 2 km erstmal zu Fuß weiter, vorbei am Wildschweingehege und einer Obstplantage.  An der nächsten Einstiegsstelle war auch das Kamerateam im Kanu mit dabei und so begleiteten wir Heinz Ratz auf den letzen Kilometern mit insgesamt 8 Booten. Beim Endspurt dann auf den letzten Metern nahm Elke vom BUND-Büro dann ihren Mut zusammen und sprang mit ins kalte Nass. Auch der Kanu-Peter startete einen zweiten Versuch. Und so kamen wir etwas verspätet am Endpunkt der gesamten Tour an der Schwentinemündung in Kiel-Wellingdorf an. Noch im Wasser köpfte Ratz sichtlich voller Freude den ersten Sekt, der schnell die Runde machte. Anschließend führte uns der Weg weiter zum Metro-Kino, wo wir rechtzeitig vor dem Konzert noch einen Info-Tisch über die Arbeit der BUNDjugend und des BUND und verschiedene Flussbroschüren aufbauten.  Als das Konzert etwas verspätet begann, hatten sich die Reihen des großen Kinosaals sichtlich gefüllt und ein gut gelaunter Heinz Ratz eröffnete das Konzert mit seiner Band Strom&Wasser. Nachdem er etwas über sein Projekt und die Erfahrungen, die er im Laufe der Zeit im Wasser und auf der Bühne gesammelt hatte erzählte, folgten viele schöne wie ungewöhnliche Lieder über die Liebe und das Leben. Nach einer kurzen Pause und hoffentlich vielen gesammelten Spenden für das Projekt trat Götz Widmann mit seiner Gitarre auf die Bühne. Die unterhaltsamen Texte begeisterten das Publikum und so ließ Widmann sich sogar dazu hinreißen, auf Liederwünsche aus „Joint Venture“ Zeiten einzugehen. Danach folgte wieder ein kurzer Auftritt von Heinz Ratz, der sich anschließend mit Blumen und Wein bei seiner Familie, seiner Band, seinem Team, Götz Widmann, dem Kanu-Peter und dem Projektleiter des BUND bedankte. Ein gelungener Tag und ein tolles Projekt gingen zu Ende.
Doch schon die Planung für die letzte Etappe seines „moralischen Triathlons“ scheint im Gange zu sein. Diesmal auf dem Fahrrad. Wir dürfen also gespannt sein…! Mehr Infos dazu findet ihr auf der Homepage: www.flussprojekt.de |