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Stellungnahme zu Kopenhagen Drucken

Über­le­ben ist nicht ver­han­del­bar

Die Stellungnahme der BUNDjugend zu den UN-Klimakonferenzen

climate shameNach dem de­sas­trö­sen Ende der Kli­ma­kon­fe­renz in Ko­pen­ha­gen zei­gen wir uns ent­setzt über die Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit der Welt­kli­ma­po­li­tik. Die BUND­ju­gend be­trach­tet die­ses Schei­tern als Bank­rott­er­klä­rung der Ver­ein­ten Na­tio­nen sowie der Staats- und Re­gie­rungs­chefs.

Ko­pen­ha­gen hat die Kli­ma­po­li­tik nicht vor­an­ge­bracht, son­dern um Jahre zu­rück­ge­wor­fen. Dass nach einem viel­ver­spre­chen­den zwei­jäh­ri­gen Pro­zess seit der Kli­ma­kon­fe­renz auf Bali, den Vor­kon­fe­ren­zen in Bonn und Poz­nan, nun in „K(H)open­ha­gen“ ein Pa­pier nur zur Kennt­nis ge­nom­men wird, in dem leere Ta­bel­len­zei­len die letz­ten bei­den Blät­ter schmü­cken, macht uns fas­sungs­los.

Für uns stellt sich die Frage, ob es sich in Ko­pen­ha­gen nicht viel mehr um eine Wirt­schafts­kon­fe­renz han­del­te, als um eine Kon­fe­renz, die den Frie­den auf der Welt si­chern soll­te. Wäh­rend NGO-Ver­tre­ter zu­neh­mend von den Ver­hand­lun­gen aus­ge­schlos­sen wur­den, hat­ten In­ter­es­sen­ver­tre­ter der Wirt­schaft bis zu­letzt Zu­tritt. Dies er­weckt den Ein­druck, dass die Pro­fit­in­ter­es­sen der In­dus­trie mehr zäh­len, als die Stim­men derer, die den Kli­ma­wan­del be­kämp­fen, weil er ihre Le­bens­grund­la­ge be­droht.

Die Ar­ro­ganz der bei­den größ­ten CO2-Emit­ten­ten, China und der USA, ist ein Skan­dal. Ins­be­son­de­re von einem Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger kann etwas an­de­res er­war­tet wer­den, als im Kreis der mäch­ti­gen In­dus­tri­e­staa­ten ohne re­prä­sen­ta­ti­ve Be­tei­li­gung der Ent­wick­lungs­län­der ein Pa­pier zu er­ar­bei­ten, das die üb­ri­gen Staa­ten nur ab­ni­cken kön­nen – oder, wie ge­sche­hen, ein Schei­tern der Kon­fe­renz her­bei­füh­ren. Wir kri­ti­sie­ren diese von Deutsch­land pro­te­gier­te Ver­hand­lungs­tak­tik, bei der den Ent­wick­lungs­län­dern nur die Wahl zwi­schen einem nicht hin­nehm­ba­ren Mi­ni­mal­kon­sens und einem völ­li­gen Mis­ser­folg der Ver­hand­lun­gen haben, aufs Schärfs­te. Das ist kein fai­rer Um­gang, son­dern Er­pres­sung derer, denen das Was­ser oh­ne­hin bis zum Hals steht.

Die Zä­hig­keit der Ver­hand­lun­gen, die Tref­fen hin­ter ge­schlos­se­nen Türen, die Über­for­de­rung der Kon­fe­renz­lei­tung – dies alles zeigt, dass die Form der Kon­fe­renz der Trag­wei­te des Pro­blems nicht mehr an­ge­mes­sen ist. Es ist keine Lö­sung, die Pro­ble­me stets auf das nächs­te Jahr zu ver­schie­ben, wäh­rend auf Tu­va­lu der Was­ser­spie­gel steigt und die Ein­woh­ner auf ge­pack­ten Kof­fern sit­zen. Der Pro­zess muss über­dacht und nach einer neuen, ef­fek­ti­ve­ren und of­fe­ne­ren Stra­te­gie ge­sucht wer­den.

Auch das stun­den­lan­ge War­ten vor den Kon­fe­renz­tü­ren sowie letzt­end­lich der Aus­schluss aller BUND-De­le­gier­ten in den letz­ten Ver­hand­lungs­ta­gen sind für uns un­ver­ständ­lich und nicht hin­nehm­bar. Dies lässt daran zwei­feln, ob das Ab­kom­men tat­säch­lich, wie von den Ver­ein­ten Na­tio­nen er­dacht, unter Be­tei­li­gung der Zi­vil­ge­sell­schaft zu Stan­de kom­men soll­te. Ist dies nicht mehr po­li­ti­scher Wille, so wer­den wir an­de­re Wege su­chen, auf den Pro­zess kri­tisch Ein­fluss zu neh­men.

Wir als BUND­ju­gend wer­den den Druck auf An­ge­la Mer­kel und Nor­bert Rött­gen bis zur nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de so lange stei­gern, bis Deutsch­land eine wirk­li­che Vor­rei­ter­rol­le ein­nimmt.

Wir for­dern nicht auf wei­te­re Gip­fel zu war­ten, son­dern selbst zu han­deln und Kli­ma­schutz von unten mit an­ge­mes­sen Druck zu prak­ti­zie­ren. Wir haben keine Zeit mehr für all­ge­mei­ne Ab­sichts­er­klä­run­gen. Die Ko­pen­ha­ge­ner Kli­ma­kon­fe­renz hat ge­zeigt, dass die glo­ba­le Kli­ma­schutz­be­we­gung jung, aktiv und sehr groß ist. Die­ses Po­ten­ti­al gilt es zu nut­zen!

Über­le­ben ist nicht ver­han­del­bar! Kli­ma­ge­rech­tig­keit jetzt!

 
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