Jahresbericht 2010 (Stand: März 2011)
Im letzten Jahr hat sich vieles verändert. Zwar fanden regelmäßig Veranstaltungen, wie zum Beispiel die JuLeiCa, die Schulworkshops oder auch der Stand bei der Kieler Woche wieder statt, doch hat sich die BUNDjugend auch weiterentwickelt.
Wir haben nicht nur in einer gemeinsamen Kooperation mit anderen Jugendorganisationen aus Schleswig-Holstein einen Jugendkongress veranstaltet, sondern auch viel über Strukturen, Arbeitsweisen und Pläne geredet, um die BUNDjugend besser zu gestalten. Wir haben eine neue Homepage, die dem Design der Bundesebene angepasst ist (mit gemeinsamen Terminkalender), treffen uns regelmäßig und möchten uns im nächsten Jahr auch inhaltlich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen.
Auf diesen Seiten findet ihr nun den Jahresbericht 2010 und ein bisschen auch von 2011, damit ihr eine bessere Vorstellung von dem hat, was im letzten Jahr so passiert ist. Wir hoffen, dass ihr diese Seiten mit Interesse lest und vielleicht habt ihr ja Lust, auch aktiv zu werden. Wir freuen uns über jede Unterstützung!
Inhalt
- Die Struktur der BUNDjugend SH (Marika Fiedler)
- Workshops in der Schule (Shirin Anders)
- KonsumGlobaö (Marika Fiedler)
- Kieler Woche (Shirin Anders)
- Anti-Atom-Menschenkette ( Svenja Almann)
- Mr. X (Anna Holthaus)
- JuLeiCa (Shirin Anders)
- Anti-Atom-Demo (Marie Wiechering)
- Tatort Zukunft (Svenja Almann, Marika Fiedler)
Die Struktur der BUNDjugend SH
Die BUNDjugend in Schleswig-Holstein besteht zum einen aus dem ehrenamtlichen Vorstand, die Landesjugendleitung, zum anderen aus den Mitgliedern der Landesgeschäftsstelle.
Die Landesjugendleitung (LaJuLei) hat zur Zeit fünf aktive Mitglieder: Jana Borchert (Geschäftsstellenbetreuung), Marie Wiechering (Flyer), Marika Fiedler (Homepage, Vertretung Landesvorstand BUND SH), Mirja Gier (Homepage) und Svenja Almann (Finanzen). Sie treffen sich alle zwei Wochen, um über aktuelle Geschehnisse, geplante Veranstaltungen, die Homepage oder alles, was sonst noch so ansteht zu sprechen.
In der Landesgeschäftsstelle arbeiten zur Zeit zwei FÖJler für den BUND und die BUNDjugend. Neben der alltäglichen Büroarbeit, Standbetreuung bei verschiedenen Veranstaltungen und Demovertretung unterstützen sie die Arbeit der LaJuLei tatkräftig und tragen einen großen Anteil zur Gestaltung der BUNDjugend in Schleswig-Holstein bei. Da es nicht immer leicht war, an dieser Stelle einen ganz großen Dank dafür!!
Zwischenzeitlich arbeitete auch Theresa Warnk neben ihrem Studium in der Landesgeschäftsstelle für die BUNDjugend SH. Auch ihr gilt großer Dank der LaJuLei für ihre organisatorische Unterstützung sowie die Einarbeitung in nicht ganz so leichte Themen wie unsere Finanzen. Damit hat sie einen großen Teil zur Aufstellung und Übersicht unseres Haushaltes im letzten Jahr beigetragen!
Workshops in der Schule
Auch im Jahr 2010 war die BUNDjugend an einigen Schulen aktiv. Wir sind dort zusammen mit der „Multivison“, einem Kooperationspartner, aufgetreten. Wir haben verschiedene Workshops zum Thema Klima und Energie angeboten. Ein wichtiger Schwerpunkt dieser Veranstaltungen war der Ökologische Fußabdruck, den die Schüler mit großem Interesse ausrechneten. Und der – so teilten uns die LehrerInnen mit – in den folgenden Unterrichtsstunden weiter behandelt werden sollte.
Zudem haben wir über anstehende Aktionen und Veranstaltungen der BUNDjugend informiert und hoffen einige SchülerInnen für den Natur- und Umweltschutz gewonnen zu haben.
KonsumGlobal
Auch in diesem Jahr haben wir wieder Stadtführungen zum Thema Globalisierung und Konsum durchgeführt. Dabei wird Schulklassen auf eine interaktive Art und Weise die Auswirkungen ihres Konsum bei einer Führung in der Innenstadt beispielhaft vor den Läden verdeutlicht – Welchen Weg hat eine Jeans genommen, bevor sie bei uns im Lad
en liegt? Wie groß ist der Anteil an einem Turnschuh für den Lohn des Arbeiters und wieviel mehr bräuchte ein Arbeiter, um ein menschenwürdiges Leben zu führen? Und wie können wir durch bewussten Konsum etwas zu einer Verbesserung der Welt beitragen? Mit all diesen Fragen setzen wir uns währenddessen auseinander. Obwohl die Schulklassen und Lehrer bisher immer sehr positiv auf das Projekt reagiert haben, gab es leider im letzten Jahr recht wenig Anfragen. Dies mag daran liegen, dass Lehrer ihre Planung immer sehr weit im Voraus fertig haben müssen.
Kieler Woche
Auf der Kieler Woche 2010 waren wir von der Bundjugend beim Umweltzelt vertreten. Mit Playmais und Buttonmaschine zogen wir viele Kinder an, die sich bei uns kreativ austobten. Die kleinen Hände – und so manch eine größere – gestalteten aus Playmais Häuser, Menschen, Palmen und Tiere. Wie der Name schon verrät, sind die Bauteile aus Mais und mit Lebensmittelfarbe gefärbt, sodass es nichts ausmacht, wenn man sie aus Versehen in den Mund steckt und dann auch noch runterschluckt – was wir von der Bundjugend natürlich sofort ausprobierten. Außerdem sehen wir in den Bausteinen eine Alternative zu den auf Erdöl basierenden Spielzeugen.
Die Buttonmaschine war unsere zweite Attraktion. Hier nahmen viele Kinder z. T. lange Warteschlangen hin, um ihre selbst kreierten Plaketten zusammenzubringen. Politische Parolen waren nicht so angesagt, dafür wurden aber viele schöne Bilder, Biber, WM-Fahnen und natürlich der eigene Name auf die Anstecker gebracht. Darüber hinaus ergaben sich viele Möglichkeiten zu Gesprächen, sodass wir uns gut präsentieren und allerlei Materialien wie Malbögen, Infohefte und Tiersticker verteilen konnten. Insgesamt war das kreative Gewusel sehr erfüllend und nicht zuletzt dürfte auch unsere Spendendose mit der Präsens auf der KiWo zufrieden sein.
Anti-Atom-Menschenkette
Nachdem wir in der Kieler Einkaufsstraße das Händchenhalten schon einmal geübt hatten, ging es auf zur großen Menschenkette, Brunsbüttel mit Krümmel verbinden. Auf nach Glücksstadt. Wir hatten vor Ort noch ein wenig Zeit und so schlossen wir erst Freundschaft mit den Schafen vom Deich und bezogen dann allmählich Position. Ich gebe zu, so eine Menschenkette ist schon eine seltsame Demonstrationsform: Schließlich bekommt man von dem Großteil der Menschen, die mit einem für die Sache stehen, nicht viel mit. Nach einigem Ziehen und Hin und Her stand die Kette aber und mit ihr das Bewusstsein, dass noch viele Tausende weitere Menschen einander die Hände reichten, um zwischen zwei Altmeilern ein Zeichen gegen Atomkraft zu setzen. Einem beträchtlichem Teil derer, die an der Kettenreaktion Teil hatten, begegneten wir auf der abschließenden Kundgebung in Glücksstadt. Insgesamt nahmen mehr als 120.000 Menschen an der Kettenreaktion teil! Mal von der Begegnung mit den netten Deichschafen abgesehen, schon ein Ereignis! (Bilder-Galerie)
Mister X – Scotland Yard im ÖPNV
Für alle Kinder ab 12 Jahren hat die BUNDjugend auch im Jahr 2010 wieder das beliebte Mr.X-Spiel angeboten. Dabei wird, ähnlich wie beim Brettspiel, eine Mr. X-Gruppe von Scotland Yard in der gesamten Stadt und Umgebung mit Bussen und Bahnen gesucht. Gesteuert wird die Jagd über eine Telefonzentrale von Aktiven der BUNDjugend , die regelmäßige Auskünfte über den Aufenthaltsort von Mr.X geben.
Das interaktive Spiel bringt neben dem Spaß, Kindern die tägliche Nutzung der öffentlichen Verkehrsmitteln näher und ist somit ein auch wichtiger Beitrag unserer Umweltbildung.
Nach dem Spiel haben sich sich alle Teilnehmer wieder in der Lerchenstr. 22 zum gemeinsamen Buffett und Austauschen der Erlebnisse getroffen.
JuLeiCa
Auch im Jahr 2010 hat die BUNDjugend Schleswig-Holstein wieder eine Jugendleiterschulung durchgeführt. In sieben Tagen wurden die Jugendlichen auf pädagogische und rechtliche Herausforderungen als GruppenleiterInnen vorbereitet, sie lernten mit Konflikten in der Gruppe souverän umzugehen, ihr eigenes Programm zu gestalten und dabei Inhalte zu kommunizieren. Im Selbstversuch wurden auch einige Spiele gelernt um ihre Wirkung auf eine Gruppe erfahren.
Am Ende dieses Seminares und nach einer Absolvierung eines Erste Hilfe Kurses (der extern belegt werden muss) waren die TeilnehmerInnen umfassend für die GruppenleiterInnenarbeit vorbereitet und berechtigt zum Erhalt der Jugendleitercard, die JuLeiCa ist bundesweit anerkannt. Damit können Jugendlichen nachweisen, dass Sie befähigt sind, eine Jugendgruppe anzuleiten und zu betreuen.
Anti-Atom-Demo
Am 18.09. sind wir mit anderen Kieler Organisationen wie beispielsweise den Grünen gemeinsam in Bussen nach Berlin gefahren. Dort haben wir an einer Großdemo gegen die Atomkraft teilgenommen. Zusam
men mit 100.000 Menschen, die aus ganz Deutschland angereist waren, haben wir das Regierungsviertel umzingelt, um schließlich direkt vor dem Bundeskanzleramt alles mit einer Sitzblockade stillzulegen. Doch nicht nur die BUNDjugend aus Schleswig-Holstein sondern auch aus anderen Bundesländern und natürlich aus der Bundesgeschäftsstelle in Berlin hatten sich auf den Weg gemacht. So konnten wir gemeinsam ein Zeichen gegen die Atomkraft setzen und wurden dabei stets musikalisch von einem Aktionswagen des BUND in Stimmung versetzt.
Tatort Zukunft
Vom 12. bis 13. März fand in Kiel der Tatort Zukunft statt – ein Jugendkongress, den wir gemeinsam mit Grüner Jugend, SSWUngdom und den Jusos organisiert haben. Rund 80 Jugendliche aus ganz Schleswig-Holstein wurden eingeladen: Schüler, Studenten, politische Aktive und politisch Interessierte.
Nach der Begrüßung durch Landtagspräsident Torsten Geerdts haben wir uns am ersten Tag in den Workshops mit den verschiedenen Themen zunächst vertraut gemacht und dann dazu Thesen für die Landtagsabgeordneten aufgestellt. Am Abend gab es eine Podiumsdiskussion zu Schleswig-Holsteins Rolle in der deutschen Energieversorgung, welche sich mit dem Potential unseres Bundeslandes für Erneuerbare Energien auseinandergesetzt hat.
Am zweiten Tag wurden diese im gemeinsamen Plenum diskutiert sowie durch Anträge verändert und ergänzt. Die Resolution wurde im Anschluss an die Vertreter der Landtagsfraktionen im Landetag SH übergeben – Kirstin Funke (FDP), Serpil Midyatli (SPD), Anke Spoorendonk (SSW) und Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) waren extra am dafür am Sonntag Abend noch vorbeigekommen. Wir waren uns alle einig, dass der Tatort Zukunft kein einmaliges Event, sondern der Auftakt für eine weitere Zusammenarbeit sein soll. Hier Berichte von zwei Workshops, die vollständige Resolution findet ihr hier.

Workshop „Rollenreproduktion am Arbeitsmarkt“
Das Thema Gender scheint mit Ökologie auf den ersten Blick keine direkte Verbindung zu haben. In einer ganzheitlichen Perspektive muss es aber auch in den Natur- und Klimaschutz mit einbezogen sein. Schließlich ist es nicht möglich, zu fragen, wie wir leben und wirtschaften können um auf dieser Erde noch lange und gut leben können, ohne auch die Frage nach der Gerechtigkeit der Verteilung in vielerlei Hinsicht zu stellen. Hierunter ist auch die Geschlechtergerechtigkeit zu verzeichnen, der wir uns im Workshop Rollenreproduktion widmeten.
Mit Referentinnen des Frauennetzwerks setzten wir uns zunächst mit gender als Begriff und statistischen Fakten auseinander. Mittels einer Gruppenarbeit, innerhalb derer wir aus Fotos einen AK zum Thema „Demographischer Wandel“ aufstellten, haben wir festgestellt, wie sehr wir alle doch Bilder und Stereotypen im Kopf haben. Um so wichtiger also, dass diese bewusst gemacht werden. Neu für mich war insbesondere die 3R-Methode, die in Schweden angewendet wird, um strukturelle Diskriminierung sichtbar zu machen. Durch sie kann man u. a. im Sinne eines gender budgetings nachvollziehen, wieviel Geld z. B. des Landeshaushaltes an Frauen und Männer geht. Erschreckend fand ich auch, wie sehr sich Jugendliche (sowohl Mädchen als auch Jungen) in ihren Ausbildungsmöglichkeiten auf bestimmte Berufe begrenzen. Angesichts anhaltender Benachteiligung von Frauen und einer doch sehr festen Rollenreproduktion haben wir unsere Forderungen aufgestellt, die bei angeregter Diskussion weitestgehend vom Kongress übernommen wurden.
Workshop „Kohle scheffeln“
In diesem Workshop ging es nicht nur darum, abermals Argmuente gegen Kohle- und Atomkraftwerke zu sammeln, sondern auch nach Alternativen und Zukunftsvorstellungen zu schauen. Zunächst hat uns Hans-Detlef Feddersen von der Entstehung des ersten Bürgerwindparks Lübke-Koog berichtet. Wir haben lebhafte Diskussionen über die die Schaffung von Akzeptanz für erneuerbare Energien durch Bürgerbeteiligung, den dafür notwendigen Netzausbau und die Erzeugung von Energie durch Biomasse geführt.
In die Resolution übernommen wurden unsere Forderungen n
ach einer besseren Unterstützung der energetischen Gebäudesanierung sowie der Erforschung von umweltfreundlichen Speichertechnologien, die Ablehnung der Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS), den intelligenten Netzausbau, eine möglichst weite Bürgerbeteiligung sowohl beim Netzausbau als auch beim Ausbau der Erneuerbaren sowie den schnellstmöglichen Umstieg auf Erneuerbare Energien und den damit verbundenen Ausstieg aus der Atomenergie. Außerdem darf die Erzeugung von Energie aus Biomasse nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen und Energieeffizienz/Energieeinsparung müssen massiv gefördert werden. (Bilder-Galerie)



