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Nachhaltiges Leben gestalten

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Einfach nachhaltig leben!? – Berichte aus dem Alltag

Nachhaltig zu leben klingt zunächst ganz simpel – gestaltet sich je nach Wohnort und Lebenssituation aber mehr oder weniger herausfordernd.

Für einige ist der Einkauf im Unverpackt-Laden und eine nachhaltige Lebensweise selbstverständlich, andere können sich den Einkauf im Bioladen nicht leisten oder nicht auf das Auto verzichten, da der Bus zu selten fährt. Gerade auf dem Land kann es viele Hürden geben, die eine Umstellung auf ein nachhaltiges Leben behindern. Dadurch erscheint das Thema oft riesig und unmöglich zu bewältigen.

Doch Nachhaltigkeit kann schon auf ganz kleiner Ebene beginnen.

Wir suchen individuelle Beispiele dafür, wie eine nachhaltige Lebensweise funktionieren kann, aber auch welche Schwierigkeiten und Hürden in Bezug darauf auftauchen. Warum ist dir Nachhaltigkeit wichtig? Erzähle uns, wie dein Leben in der Stadt oder auf dem Land deinen (nachhaltigen) Alltag beeinflusst. Berichte über deine nachhaltigen Gewohnheiten sowie eventuelle Probleme und Herausforderungen bei der Umsetzung. Teile deine Erlebnisse, Tipps, Wünsche bezüglich deines (nachhaltigen) Alltags mit uns und gewinne einen nachhaltigen Preis.

Auf dem Markt gibt es nicht nur unverpacktes Obst und Gemüse, sondern auch viele regionale und saisonale Produkte.
Nachhaltige Mehrweg-Gegenstände als Alternative zu Plastik-Produkten.

Teile deine Erfahrungen!

Du möchtest über dein (nachhaltiges) Leben berichten? Fülle einfach das Kontaktformular auf dieser Seite aus und teile deine Geschichte und möglichst ein paar Bilder sowie eine kurze Info über dich (Wer bist du? Wie alt bist du? Wo kommst du her?). Klicke dazu unten auf das Feld Beitrag einsenden. Dein Beitrag erscheint dann hier auf unserer Seite. Wenn dein Beitrag bis zum 30.09.2022 eingeht, nimmst du automatisch an unserem Gewinnspiel teil.

Wir freuen uns auf deine Geschichte!

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Unter allen teilnehmenden Personen, die bis zum 30.09.2022 einen Beitrag einsenden und uns von ihrem (nachhaltigen) Alltag erzählen, verlosen wir tolle, nachhaltige Preise, die uns von unseren Kooperationspartner*innen zur Verfügung gestellt wurden. Vielen Dank dafür! Zu gewinnen gibt es einen Gutschein vom Avocadostore, Saatgut von Rankwerk für deinen eigenen Kräutergarten, eine Trinkflasche vom unverpackt-Laden in Kiel, Bienenwachstücher von gaia, vegane Kondome von einhorn und Set bestehen aus einem Stück Seife, einem Bienenwachstuch und einem T-Shirt aus 100% recycleten Materialien von kein Planet B. Viel Glück!


Einfach nachhaltig leben – Berichte aus dem Alltag

Du versuchst, dein Leben nachhaltiger zu gestalten? Lass dich von den Geschichten anderer inspirieren. Hier findest du Berichte über nachhaltiges Leben aus Bequemlichtkeit oder wie ein nachhaltiger Alltag in einer Familie mit Kindern aussehen kann und welche Herausforderungen es zu bewältigen gibt.

Nachhaltig Leben aus Bequemlichkeit – Annika

Moin! Mein Name ist Annika, ich habe vor kurzem ein Praktikum bei der BUNDjugend SH gemacht. Eigentlich wohne ich außerhalb einer mittelgroßen Stadt in einer strukturschwachen Region Sachsen-Anhalts für ein spezielles Studienfach. Zur Einordnung wie ländlich ich wohne: In meinem angegliederten „Stadtteil“ kommt zweimal die Woche ein Bäckerauto, montags der mobile Kaufmannsladen, im Sommer ein Eiswagen und es gibt mehrere Kaffeeautomaten. Wir haben einen Sportplatz, viele Gärten, Ziegen, Esel, Schafe, Pferde, Katzen, viele Hühner, Bäume und Betonstraßen. Und Studierende. Sonst aber recht wenig.

Folgende Dinge finde ich an meinem Leben nachhaltig: ich besitze und fahre kein Auto, ich kaufe wenig neue Gegenstände und Kleidung. Gemüse und Obst kommt bei uns in der Wohngemeinschaft aus dem Garten, oder aus der wöchentlichen Bedarfskiste von einem regionalen Markstand. Ich teile mir viele Dinge mit anderen oder leihe Gegenstände. Außerdem wohne ich auf kleiner Fläche mit anderen und nutze dafür viel öffentlichen Raum.

„Hättet ihr mich gefragt, ob ich viel für ein nachhaltigeres Leben tue, hätte ich definitiv Nein gesagt. All diese Dinge mache ich, weil sie bequem für mich sind.“

– Annika

Aber warum mache ich das? Und wie bin ich zu diesen Gewohnheiten gekommen? Hättet ihr mich gefragt, ob ich viel für ein nachhaltigeres Leben tue, hätte ich definitiv Nein gesagt. All diese Dinge mache ich, weil sie bequem für mich sind. Ich hasse nämlich Autofahren, und fahre lieber Rad. Für meinen Wocheneinkauf beim Supermarkt 30 Minuten entfernt nutze ich den Fahrradanhänger unserer WG.

Ich hasse auch shoppen. Die nächste kleinere Großstadt ist eine Stunde Bahnfahrt entfernt. Niemals würde ich, wenn es nicht wirklich sehr nötig ist, so weit fahren, um mich ins Getummel zu stürzen. Stattdessen trage ich Kleidung länger, wir tauschen viel unter Freunden und Freundinnen, Nähen selbst und flicken, oder ich bestelle Second-Hand im online Kleinanzeigenmarkt.

Selbstversorgung und Marktkiste als unverpackte und praktische Möglichkeit

Auch die Marktkiste ist bequem. Die Abholstelle für die wöchentliche Lieferkiste ist nur 10 Minuten statt 30 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, und ich habe das ganze Gemüse für eine Woche! Außerdem muss ich mich nicht an die Marktzeiten halten. Dass es regional und unverpackt ist, ist natürlich auch super. Unter meinen Bekannten habe viele Menschen Kleingärten, so helfen wir uns gegenseitig und essen auch viel aus den Gärten. Nicht aus Selbstversorger-Überzeugung, sondern weil wir einfach alle sehr gerne gärtnern.

Generell würde ich mein Umfeld als recht bescheiden beschreiben. Wir besitzen alle wenig, hauptsächlich aber, weil es praktisch ist. Wir sind oft unterwegs, viel verändert sich noch in unseren Lebensplänen, und da ist es sinnvoll, wenig Krams zu haben, der nur umhergeschleppt werden muss.

Viele kleine Veränderungen gelingen nicht

Für mein Verständnis gibt es noch viele kleine Stellschrauben, die nicht schwierig zu verändern wären, und trotzdem gelingt es mir nicht. Das sind vor allem Dinge, die für mich nicht so bequem sind. Zum Beispiel, sich vegan zu ernähren. Vegetarisch kochen wir in der WG sowieso, oft auch vegan. Ich habe das Know-How für eine gesunde und ausgewogene vegane Ernährung, in meinem Umfeld würde es keine Umstände machen – und trotzdem kann ich der Käseversuchung oft nicht wiederstehen. Ich schaffe es nicht, mehr Plastik einzusparen. Dabei könnten wir beim Bio-Großhändler vorrätig und verpackungsarm bestellen. Und auch Tomaten esse ich außerhalb der Saison einfach zu gerne.

Die meisten meiner nachhaltigen Gewohnheiten haben sich so ergeben, weil es einfach kaum andere Möglichkeiten gibt oder für mich bequemer ist. Und hauptsächlich, weil ich die Zeit und die Gemeinschaft dazu habe, so zu leben

Mit Kindern wird ein nachhaltiges Leben schwieriger – Martina

Also meine Erfahrung als Einwohnerin von Kronshagen, was eher ein Dorf als eine Stadt ist: Es gibt hier keinen Unverpacktladen, und der nächste ist zu weit weg. Wir haben zum Glück aber einen Markt einmal die Woche und eine Fleischerei, die auch Käse und Fischdelis verkauft. Ausserdem 3 (!) Bäcker (Bäckereiketten). Auf Bio oder Nachhaltigkeit wird hier nicht so viel geachtet, vielleicht weil Kronshagen eine eher ältere Gemeinde ist. Wir haben aber inzwischen zwei Klimamanagerinnen, die bereits eine erste Umfrage gestartet haben, was man verbessern könnte…

„Da würde ich mich sehr über eine Art Recyling- oder Mehrweg-Konzept mit Pfand bei den Ladenbesitzer*innen oder den Markständen freuen“

– Martina

Ich habe bis jetzt kaum jemanden gesehen, der auf dem Markt oder im Laden seine eigenen Dosen und Verpackungen mitbringt. Auch für mich ist es etwas komisch, meine Sachen über die Theke zu reichen – mit losem Obst und Gemüse fällt es einem leichter, den mitgebrachten Jutebeutel aufzuhalten. Meine Hemmung ist vor allem, ob die Verkäufer*innen mein mitgebrachtes Behältnis ok finden, ob es abgewogen werden kann, vielleicht sogar hygienisch genug für „hinter“ der Theke ist. Außerdem ist die Planbarkeit für mich schwierig – häufig kaufe ich auf dem Weg von der Kita/Grundschule zurück mit den Kindern ein – und meist habe ich da keine Behältnisse dabei, oder meine Taschen sind schon voll mit Kita-Sachen. Da würde ich mich sehr über eine Art Recyling- oder Mehrweg-Konzept mit Pfand bei den Ladenbesitzer*innen oder den Markständen freuen: Ein Kronshagen-Box-Set, was man vor Ort kaufen und aber auch wieder gegen das Rückpfand abgeben könnte.

Nachhaltigkeit kann man vorleben

Denn der Wunsch, auch meinen Kindern Nachhaltigkeit vorzuleben ist groß. Beim Einkaufen im Supermarkt – wieder eine Kette, weil es hier keinen Bio-Markt gibt, außer einem sehr kleinen, sehr unübersichtlichem, in den ich kaum gehen mag, auch weil der Verkäufer seltsam und ultra langsam ist, die Regale sind zu eng, mit Kindern oder gar Buggy kommt man da GAR NICHT rein), versuche ich wenn möglich in Glas zu kaufen und Bio-Sachen. Seit die Inflation so steigt, muss ich aber mehr aufs Geld achten und daher kaufe ich Bio immer bei den tierischen Produkten, und wenn was übrig ist, auch Bio-Gemüse oder Obst.

„Mit dem 9-Euro-Ticket statt Auto fahre ich viel zu meiner Mutter und auch die Kieler Woche werde ich so mit den Kindern besuchen – das lohnt sich richtig.“

– Martina

Infos über SoLaWis in der Nähe oder Höfe, mit Hofladen, gibt es hier nicht – das muss man per Mundpropaganda erfahren.  Wir versuchen nachhaltiger zu sein, vor allem was die Nutzung des Autos angeht, und haben uns eBikes gekauft, mit denen wir sehr viele Wege ersetzen können. Mit dem 9-Euro-Ticket statt Auto fahre ich viel zu meiner Mutter und auch die Kieler Woche werde ich so mit den Kindern besuchen – das lohnt sich richtig. Da fällt auch die nervige Parkplatzsuche weg. Wir haben alle elektonischen Geräte, wo möglich, gegen energiesparendere Modelle getauscht, ebenso die Lampen und an den Großgeräten haben wir Stromzähler dran, um zu sehen, wie unser Verbrauch ist. Die Waschmaschine läuft mit Waschbällen oder Eco-Waschmittel im Eco-Modus und im Sommer geht die Wäsche in den Garten auf die Leine. Bei 4 Personen ein nicht zu unterschätzender Punkt: Kleidung mehrmals tragen, wenn sie nicht dreckig ist oder müfft: sonst ist man schnell bei 5-7 Wäscheladungen pro Woche. 

Recycling als wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Lebens

Ansonsten versuchen wir, so viele Dinge wie möglich zu recyceln: Wir kaufen vor allem für die Kinder gebrauchte Kleidung, einseitig bedruckte Zettel werden als Mal- oder Notizpapier verwendet, beschädigte Obst und Gemüsewaren im Supermarkt eher gekauft, weil man weiß, dass sie sonst im Müll landen, nicht mehr genutzte Sachen verkaufen oder verschenken wir (Tafel, Sozialkaufhaus, Rotkreuz-Markt), alte Blumentöpfe werden zu Insektenhotels, Kaffeesatz als Dünger genutzt, was repariert werden kann, wird repariert.

Aber ich muss sagen, dass es einem nicht einfach gemacht wird und grad die großen Supermärkte gern mehr unverpackte oder in Papier/Pappe/wiederverwendbaren Netzen verpackte Waren anbieten dürften – dafür müssten aber auch die Mitarbeitenden geschult werden, dass Gemüse und Obst nicht in die Boxen geworfen wird, wo es Druckstellen kriegt. Oder eben ein Pfandsystem für Behältnisse für den Einzelhandel und Marktplätze – das fände ich richtig gut!

Nachhaltig leben kann teuer und gefährlich sein – Lina

Ich bin Lina, 24 Jahre alt und mache zurzeit ein Praktikum. Ansonsten studiere ich. Ich bin in einem Vorort einer mittelgroßen Stadt aufgewachsen und wohne mittlerweile auch im Zentrum dieser Stadt. Dadurch war es in unserer Familie schon immer normal, überall mit dem Fahrrad hinzufahren. Ein Auto besitze ich nicht und ich komme ohne auch sehr gut klar. Ich würde mir aber wünschen, dass das Radfahren in der Stadt sicherer wird, da ich mich regelmäßig in Situationen befinde, in denen ich nur durch eigene Reaktion einem Unfall entgehe. Außerdem wäre es schön, wenn es mehr reine Fahrradstraßen gäbe, dann würde man nicht so viel Zeit an Ampeln verbringen und man braucht nicht ständig auf Autos aufzupassen.

„Ich würde mir deswegen wünschen, dass es Entlastungen für Personen gibt, die besonders auf eine nachhaltige Lebensweise achten.“

Ansonsten würde ich auch sagen, dass ich ziemlich nachhaltig lebe, aber sicher noch mehr tun könnte. Oft ist dabei eigener Spaß, Genuss und das Wohlbefinden eine Hürde. So fällt es mir beispielsweise sehr leicht, mich vegetarisch zu ernähren, auf Käse kann ich jedoch nur schwer verzichten.

In der Stadt ist es deutlich einfacher

Ich finde es schön, dass es in meiner Stadt immer leichter wird, verpackungsfrei einzukaufen. Ich gehe regelmäßig auf den Wochenmarkt und in den „Unverpackt“-Laden um die Ecke und auch im Supermarkt wird die Plastiksituation immer besser.

Ich weiß aber auch, vor allem durch eigene Erfahrung, dass das Einkaufen von unverpackten Lebensmitteln in anderen Orten und Ländern kaum möglich ist. Außerdem ist es leider oft teurer, wenn man sich für die nachhaltigen bzw. die Bioprodukte entscheidet. Ich würde gerne alle meine Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs im Bio- oder Unverpackt-Laden einkaufen, kann mir das aber einfach nicht leisten.

Nachhaltiges Leben sollte günstiger sein

Insgesamt würde ich sagen, dass es deutlich entspannter wäre, wenn eine nachhaltige Lebensweise einfacher umzusetzen und günstiger wäre. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel 4 Tage lang mit dem Zug zu meinem Praktikum nach Portugal gefahren. Die Zugfahrt war deutlich teurer als zu fliegen und es sind etliche Sachen schiefgegangen. Ich würde mir deswegen wünschen, dass es Entlastungen für Personen gibt, die besonders auf eine nachhaltige Lebensweise achten.