BUNDjugend  

Stadt.Land.Dorf

Im Projekt Stadt.Land.Dorf geht es um das nachhaltige Leben in Theorie und Praxis - und eben auch in Stadt, Land und Dorf. Durch Exkursionen, Wochenendcamps, einen Podcast und einen Filmwettbewerb nähern wir uns der Antwort auf die Frage, wie das nachhaltige Leben praktisch umsetzbar ist.

Umweltcamp

Umweltcamp

Auch unser traditionelles Umweltcamp steht in den nächsten zwei Jahren im Zeichen des Projektes. Auf dem Wochenendcamp werden wir uns in thematischen Workshops und anderen Angeboten mit der Frage nach einer nachhaltigen Zukunft für alle beschäftigen. Im Fokus steht dabei unter anderem auch das Leben in einem Wohnprojekt.

Du hörst zum ersten Mal vom Umweltcamp und bist neugierig geworden? Weiter unten bekommst du einen Einblick das Umweltcamp 2022.

Allgemeine Informationen zum Umweltcamp und noch mehr Berichte findest Du hier

Nachhaltige Lebens(T)räume – Das Umweltcamp 2022

Das Umweltcamp, und damit ein ganz wunderbares Wochenende, liegt hinter uns. 4 Tage haben wir uns mit den verschiedenen Aspekten rund um das Thema Nachhaltige Lebens(T)räume auseinandergesetzt. Wir haben Seegraskissen gebastelt, etwas über Gemeinwohlökonomie gelernt, ein Feuchtbiotop angelegt, dem Regen getrotzt, erfahren wie Klimakrise und Kolonialismus zusammenhängen und noch vieles mehr. Aber lasst uns am Anfang beginnen.

Donnerstag, 26.05.2022 – Hallo und herzlich Willkommen beim Umweltcamp!

Am Donnerstag den 26.Mai 2022 machten wir uns von den verschiedensten Orten Deutschlands auf den Weg nach Nübbel bei Fockbek. Meist mit dem Fahrrad trafen wir auf dem wunderschönen Posthof ein, der uns sofort bezaubert hat. Vor Ort wurden wir mit Kaffee und Keksen begrüßt und dann konnten wir uns erst einmal zurechtfinden und unsere Zelte aufbauen – glücklicherweise ohne nassen Gruß von oben.
Um 17:30 Uhr ging es dann los und Franzi vom Posthof zeigte uns das Gelände und erzählte uns, wie aus diesem Hof, der ehemals der Diakonie gehörte, ein Hofprojekt wurde.Im Anschluss gab es lecker Abendessen und wir konnten den Abend noch ein Weilchen gemütlich am Feuer ausklingen lassen, bis die über uns hängenden Wolken so gegen zehn beschlossen, dass es nun aber wirklich Zeit für einen Regenguss sei. Der Abend war damit beendet und wir verkrochen uns voller Vorfreude und Spannung auf die nächsten Tage in unsere Zelte.

Freitag 27.05.2022 – Spannende Workshops für alle!

Der Freitag startete trocken und verhältnismäßig warm mit einem leckeren Frühstück und dem ein oder anderen Aufwärmspiel – in Fachkreisen auch WUP genannt.
Um zehn begann der erste Workshopslot. Während ein Teil unserer Gruppe sich auf dem Weg zum Yogaworkshop machte, beschäftigten sich die anderen mit der Frage nach der Vereinbarkeit despersönlichen Glückes mit einem nachhaltigen Lebenstil.
Auf die Workshopeinheit folgte ein leckeres Mittagessen mit Salat und Brot.
Nach einer kurzen Pause, in der wir vom Winde verwehte Zelte einfingen, einen Ort für nasse Sachen suchten und fanden und ein bisschen spazieren gingen, ging es dann weiter mit der zweiten Workshopeinheit des Tages.
Auch hier gab es zwei spannende Angebote die gerne besucht wurden. Während die eine Hälfte Bienenwachstücher und Seegraskissen herstelle, lernte die andere Hälfte die Grundlagen der Gemeinwohlökonomie kennen.
Im dritten und letzten Workshopsslot des Tages konnten wir uns abermals in zwei Hälften aufteilen: Die eine Hälfte stellte zusammen mit Meeresschutz-FÖJler Felix Kosmetikprodukte, wie Zahnpasta und Deo, selber her, während die andere Hälfte einen Workshop zur Sozial-Ökologischen Transformation besuchte und hierbei lernte, wie der gesellschaftliche Wandel möglich sein kann und wie und wo er heute schon gelebt wird.
Nach diesem lehrreichen und anstrengenden Tag und einem leckeren Abendessen ließen wir den Abend mit Werwolf im Seminarraum ausklingen.
Zum Klang der Regentropfen auf den Zeltplanen schliefen wir schließlich eins nach dem anderen ein.

Samstag 28.05.2022 – Mit Spaß und Spaten unterwegs in der Natur!

Der nächste Morgen begrüßte uns mit relativer Trockenheit, sodass ein Frühstück draußen möglich war. Die Stärkung war auf jeden Fall nötig, denn heute Stand unser praktischer Naturschutztag auf dem Programm: Wir würden mit Spaten und Schaufel einer Fläche des Posthofes die Rückkehr zu einem natürlicheren Zustand ermöglichen. Besagte Fläche ist eigentlich ein Feuchtbiotop mitsamt eigenem Quelltopf. Damit die Fläche nutzbar ist, wurde sie allerdings mit Gräben trocken gelegt und emittiert seitdem fröhlich jeden Tag große Mengen CO2 – wie übrigens die meisten Rinderweiden auch. Das ist natürlich kein Zustand, also hieß es am Samstag für uns: Ran an die Spaten und zu mit den Gräben!
Bevor wir so richtig losgelegt haben, bekamen wir noch eine theoretische Einführung in das Thema Moor und warum entwässerte Moore so problematisch für das Klima sind
Motiviert und ausgestattet mit allen Gummistiefeln, die sich beim Posthof so finden ließen, machten wir uns ans Werk. Zunächst haben wir ein Drainagerohr ausgegraben und dann zwei Gräben zugeschüttet.
Dabei haben wir unzählige Frösche und Kröten per Hand umgesetzt und somit vor dem sicheren Spatentod bewahrt. Und da wir so viele motivierte  Menschen waren, haben einige von uns noch eine Sanddüne freigelegt, die in Zukunft einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Insekten darstellen wird.
Gegen späten Nachmittag machten wir uns dann wieder in Richtung Küchenzelt und fanden gleich ein weiteres Highlight unseres Aufenthaltes: Aus dem Küchenfenster eines der Posthofgebäudes wurden uns frische Crêpes gereicht. Das kam uns gerade Recht und nach dem Verzehr einer signifikanten Menge davon (Gerüchte besagen, dass manche Menschen bis zu sieben Crêpes verspeist hätten) gingen wir zum Aufwärmenin den Seminarraum und schauten den Film: „Wem gehört mein Dorf?“, in dem es um eine Dorfgemeinschaft auf Rügen geht, die sich gegen das Projekt eines Großinvestors wehrt.
Und dann schallte der Ruf zum Abendessen über das Gelände. Das Wetter war uns mehr oder weniger gnädig, sodass wir das Lagerfeuer entfachen und draußen Grillen konnten.
Zu Gitarrenklang und Gesang ließen wir den letzten Abend des Umweltcamps gemütlich ausklingen.

Sonntag 29.05.2022 – Time to say Goodbye

Am Sonntag brach der letzte Tag unseres Camps an, doch bevor wir uns später auf den Heimweg machten, stand noch ein Workshopslot vor der Tür. Wieder teilten wir uns auf zwei spannende Angebote auf: Die eine Hälfte beschäftige sich mit Umweltpsychologie und den psychologischen Mechanismen hinter der Klimaschutzverweigerung mancher Menschen. Die andere Hälfte lernte in einem Workshop von Locals United wie Kolonialismus und Klimagerechtigkeit zusammenhängen, was es mit Klimagerechtigkeit auf sich hat und warum diese so wichtig ist.
Nach diesen lehrreichen Stunden nahmen wir unser letztes Mittagessen ein und konnten auch noch einmal die Sonne bei uns auf dem Camp begrüßen. Dies nutzten wir natürlich gleich, um mit den großen Gruppenzelten spazieren zu gehen und sie zum Trocknen in die Sonne zu stellen.
Nach dem Mittagessen machten wir uns ans Aufräumen und Einpacken. Während die ersten sich schon auf den Weg nach Hause machen mussten, machte der Rest den Abwasch, sortiere die Küchenutensilien, putzte den Seminarraum und packte die Zelte ein.

Hinter uns liegen lehrreiche, leckere, manchmal etwas nasse Tage, die wir mit tollen Menschen verbringen durften.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!