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Tauche ein in die Welt von Nord- und Ostsee!

Ostsee

Die Ostsee ist ein kleines Binnenmeer im Norden Europas. Sie ist fast vollständig von Land umschlossen und hat nur eine kleine Verbindung zur Nordsee. Das Ostseewasser ist viel weniger salzig als das der Nordsee. Darum wird die Ostsee auch als Brackwassermeer bezeichnet. Brackwasser meint eine Mischung aus Salzwasser und Süßwasser.

Das Brackwasser ist einer der Gründe, warum die Ostsee ein so besonderes Meer ist. Hier können nur Tiere und Pflanzen leben, die mit dem wenigen Salz zurecht kommen. In manchen Gebieten leben sogar Süßwassertiere.

Virtueller Ostsee-Tauchgang

Entdecke das Leben in der Ostsee bei einem virtuellen Tauchgang. Mit dem Projekt OSTSEElife vom NABU kannst du ganz bequem von Zuhause aus in die Welt der Ostsee abtauchen. Alles was du dafür brauchst ist ein Handy, Tablet oder Computer und schon kann’s losgehen.

Und so geht’s:

  1. Öffne den untenstehenden Link auf deinem Handy, Tablet oder Computer.
  2. Drück auf die Schaltfläche „Abtauchen“ und schon kann’s losgehen.
  3. Für ein noch besseres Taucherlebnis mach deinen Ton an oder setz dir Kopfhörer auf. Am Computer, kannst du noch die Anzeige im Vollbildmodus auswählen (kleines Kästchen unten rechts in der Ecke)
  4. Du kannst dich mit Hilfe deines Fingers (Handy oder Tablet) oder mit gedrückter Maustaste (Computer) in 360° durch die Unterwasserwelt bewegen.
  5. Zwischendurch begegnen dir verschiedene Symbole, Punkte oder Lebensräume. Wenn du darauf klickst, betrittst du neue Lebensräume, entdeckst Lebewesen und andere Unterwasserfunde oder erfährst weitere Infos zu unterschiedlichen Themen.
  6. Tipp: Wenn du hast, kannst du dir die Unterwasserwelt der Ostsee auch mit einer VR-Brille ansehen. So tauchst du vollständig ins Meer ein!

Nationalpark Ostsee

Wie alle Meere auf dieser Welt, hat auch die Ostsee mit menschengemachten Problemen wie Müllverschmutzung, Schadstoffen im Wasser, Unterwasserlärm, Nährstoffeintrag durch Dünger, und dem Klimawandel zu kämpfen. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften geht es der Ostsee aber viel schlechter als vielen anderen Meeren. Weil sie zum Beispiel ein flaches Meer ist, erwärmt sie sich viel schneller. Es gibt nur eine kleine Verbindung zur Nordsee. Darum gibt es nur wenig Wasseraustausch mit dem Ozean und schädliche Stoffe bleiben viel länger im Wasser. Es ist wichtig, dass wir anfangen uns besser um unsere Meere zu kümmern – besonders um die Ostsee. Eine Möglichkeit das zu tun ist das Errichten von Schutzzonen wie einem Nationalpark. Sie haben das Ziel, dass sich die Natur in diesen Gebieten frei entfalten kann, ohne dass Menschen aktiv etwas an ihr verändern. Das heißt zum Beispiel auch, dass schädliche Stoffe wie Müll, Öl und Abwasser nicht aktiv im Meer entsorgt werden dürfen. In Deutschland gibt es schon ein paar Nationalparks. Einer davon ist zum Beispiel das Wattenmeer an der Nordsee. Auf mindestens der Hälfte der Fläche eines Nationalparks gilt, dass alles was den Tieren und der Natur dort schaden könnte, verboten oder eingeschränkt ist. Dabei gibt es auch unterschiedliche Zonen, die unterschiedlich stark geschützt sind. Manche Zonen darf man teilweise betreten und andere gar nicht. Gefischt werden, darf oft trotzdem aber nur mit Schutzkonzepten und nicht überall. Und damit wurde dem Wattenmeer auch schon geholfen! Vögel dürfen dort zum Beispiel nicht mehr gejagt werden und haben seitdem einen sicheren Lebensraum. – Außerdem ist der Name Nationalpark wie eine Marke. Die Menschen wissen, dass es dort eine tolle Natur zu erleben gibt. Viele kommen gerade wegen des Nationalparks Wattenmeer an die Nordsee.

Das alles sind auch gute Gründe für einen Nationalpark in der Ostsee. Es gäbe mehr Gelder und Konzepte um die Natur zu schützen. Munition, die im Meer liegt und dort schädliche Stoffe freisetzt müsste geborgen werden, schonendere Fischfangmethoden könnten mit Geld gefördert werden und Ruhezonen ohne Wassersport, wie Segeln oder Kitesurfen, schützen die Vögel dort.  

Salz im Meer

Falls du schon mal am Meer unterwegs warst, hast du vielleicht bemerkt, dass das Wasser leicht salzig schmeckt und riecht. Aber wie kommt denn das Salz ins Meer? Heute weiß man, dass das Salz aus dem Gestein der Berge oder von Unterwasservulkanen stammt und sich im Laufe der Erdgeschichte, also über viele Millionen Jahre, im Ozean angesammelt hat. Früher, als die Menschen es noch nicht besser wussten, haben sie sich Märchen und Sagen erzählt, die versuchen das Rätsel um das Salz im Meer zu erklären. Ein Märchen findest du direkt unter diesem Abschnitt.  

Die Ostsee ist in Hinblick auf ihren Salzgehalt ein besonderes Meer.  Sie ist viel weniger salzig als zum Beispiel die Nordsee. Um dieses Rätsel zu lüften, müssen wir in die Entstehungsgeschichte der Ostsee eintauchen. Die Ostsee ist im Vergleich zu anderen Meeren sehr jung. Sie entstand nach der letzten Eiszeit vor ungefähr 10.000 Jahren. Damals schmolz ein riesiger Gletscher und die Ostsee entstand. Gletscher bestehen aus Süßwasser und so war das Wasser in der Ostsee zu diesem Zeitpunkt auch komplett süß. Im Laufe der Zeit bildete sich eine Verbindung zur Nordsee, die es auch heute noch gibt. Durch diese Verbindung strömte Salzwasser in die Ostsee. Weil dies aber die einzige Zufuhr von Salzwasser ist und gleichzeitig viel Süßwasser durch Flüsse und Regen in die Ostsee gelangt, ist sie viel weniger salzig als die Nordsee und andere Meere.

Wenn du wissen willst, wie die Ostsee schmeckt, probier doch mal das Experiment „Wie schmeckt das Meer“ aus.

Die Geschichte von der Salzmühle

Es gibt viele verschiedene Märchen und Sagen, die von einer verzauberten Salzmühle erzählen, die auf dem Meeresgrund liegt und nicht aufhört Salz zu mahlen. Laut diesen Geschichten soll sie der Grund sein, warum das Meer salzig ist.

Angelehnt an diese Sagen aus Norwegen und Japan, haben wir unsere eigene Geschichte von der Salzmühle im Meer geschrieben. Hör doch mal rein.

Wenn du lieber liest, gibt es die Geschichte „Wie das Salz ins Meer kam“ hier auch in Textform zum Nachlesen oder Vorlesen.

Wie das Salz ins Meer kam

Es waren einmal vor langer, langer Zeit zwei Geschwister. Der ältere Bruder war reich und konnte sich alles leisten, was er wollte. Die jüngere Schwester aber war arm und musste hart für alles arbeiten, was sie zum täglichen Leben brauchte. Als in diesem Jahr das Weihnachtsfest vor der Tür stand, hatte die Schwester kaum zu essen und ging zu ihrem Bruder, um ihn um einen kleinen Happen zu bitten. Als der Bruder seine Schwester kommen sah, überlegte er sich einen hinterhältigen Plan. Er war müde davon, dass seine Schwester ihn ständig um etwas bat.

„Ich überlasse dir diesen saftigen Schinken, aber nur, wenn du dann genau das tust, was ich dir sage“, sprach der ältere Bruder zornig.

„Ich will tun, was du von mir verlangst. Vielen Dank, lieber Bruder“, antwortete die Schwester.

„Nimm den Schinken und gehe damit in die Hölle“, gab der Bruder giftig zurück und warf seiner Schwester den Schinken entgegen.

Unglücklich seufzend beugte sich die Schwester ihrem Schicksal, nahm den Schinken an und machte sich auf den Weg in die Hölle. Sie wanderte den ganzen Tag. Als ihre Beine langsam schwer wurden, erblickte sie eine Höhle, die in einen hellen Lichtschimmer getaucht war. Die Schwester ging immer weiter in Richtung des Lichts, bis sie eine alte Frau mit langen grauen Haaren erblickte, die Holz hackte.

„Guten Abend“, sagte die alte Frau freundlich.

„Guten Abend“, erwiderte die Schwester, „ich bin auf dem Weg zur Hölle. Bin ich hier wohl richtig?“

„Ja, hinter dieser Tür befindet sich die Hölle“, antwortete die Frau, „Wenn du hindurchgehst, werden dir dort sicher alle deinen Schinken abkaufen wollen, denn so etwas gibt es dort nur selten zu essen. Du solltest den Schinken verkaufen, aber nicht für Geld! Verlange die alte Handmühle, die dort direkt hinter der Tür steht. Wenn du wieder herauskommst, zeige ich dir, wie sie funktioniert.“

Die Schwester bedankte sich für den Rat und trat in die Hölle ein. Es geschah, wie die alte Frau prophezeit hatte: Alle kleinen und großen Teufel sammelten sich um die Schwester, um ihr den Schinken abzukaufen.

„Ich wollte ihn selbst zu Weihnachten essen“, sagte die Schwester. „Aber wenn ihr ihn so dringend wollt, dann bin ich bereit, ihn gegen die alte Handmühle hinter der Tür zu tauschen!“

Die Teufel feilschten noch lange mit ihr, weil sie die Mühle nicht herausgeben wollten. Die Schwester aber bestand auf dem Handel und so überließen die Teufel ihr die alte Handmühle im Tausch für den Schinken. Als sie die Hölle verließ, empfing die alte Frau sie mit offenen Armen. Sie brachte der Schwester die magischen Worte bei, mit der sie die Mühle kontrollieren konnte. Die Schwester ging den langen Weg zurück nach Hause und traf rechtzeitig am Abend des Weihnachtsfestes ein.

„Wo bist du so lange gewesen? Ich habe mir schon Sorgen gemacht! Ich habe versucht, uns aus den alten Holzscheiten eine Weihnachtssuppe zu kochen“, erzählte der Mann der Schwester bei ihrer Heimkehr. Die Schwester erklärte nicht viel, stellte sich nur auf den Tisch und begann, die Kurbel der Mühle zu drehen. Im Handumdrehen zauberte die Mühle ein Tischtuch, Essen und Getränke für einen Weihnachts-Festschmaus auf den Tisch. Ihr Mann konnte nur große Augen machen.

Nach ein paar Tagen lud sie auch ihren Bruder zum Essen ein. „Vor ein paar Tagen bittest du mich noch um Essen und jetzt speist du wie eine Königin?!“, rief ihr Bruder neidisch aus. „Woher hast du all diese Reichtümer?“

Die Schwester holte die Mühle hinter der Tür hervor und erzählte die Geschichte ihrem Bruder. Sie ließ die Mühle sogar noch mehr Köstlichkeiten herbeizaubern, um ihn von der Wahrheit ihrer Erlebnisse zu überzeugen. Der Bruder jedoch war so neidisch, dass er ihr die Mühle abkaufen wollte. Er bat ihr dreihundert Taler für die Mühle an und die Schwester ließ sich zum Verkauf überreden. Sie überließ ihm die Mühle aber erst einige Monate später, nachdem sie sich selbst genügend Vorräte hatte zaubern können.

Als die Schwester dem Bruder erklärte, wie die magischen Worte der Mühle waren, hörte der Bruder ihr gar nicht zu, so ungeduldig und gierig war er, die Mühle endlich benutzen zu können. Der Bruder lief nun zu sich nach Hause und wollte seiner Frau stolz zeigen, was er erworben hatte.

„Mahle mir Hering und Milchsuppe her!“, befahl er der Handmühle und drehte die Kurbel.

Die Mühle fing an zu mahlen und füllte zunächst alle Schüsseln und Töpfe in dem Haus des Bruders mit Hering und Milchsuppe. Danach hörte sie allerdings nicht auf und bald schwappten Hering und Milchsuppe aus allen Fenstern und Türen seines Hauses über seinen Hof und seine Felder. Panisch lief er mit der Mühle zurück zu seiner Schwester.

„Wenn die Mühle noch weiter mahlt, dann ertrinkt bald unser ganzes Dorf in Hering und Milchsuppe! So tu doch etwas!“, schrie der Bruder und verlangte, dass seine Schwester die Mühle zurücknahm.

„Für weitere dreihundert Taler nehme ich sie wieder“, antwortete seine Schwester gelassen. Ihr Bruder bezahlte, warf ihr die Mühle entgegen und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Nun hatte die Schwester nicht nur die Handmühle, sondern auch Geld. Sie baute sich ein prächtiges Haus nah am Strand, das schon von weitem von Seefahrenden gesehen wurde. Es verbreiteten sich Gerüchte über die wundersame Mühle und von überall kamen Menschen, um sie sich anzusehen. Eines Tages kam ein Schiffer vorbei und bettelte darum, die Mühle kaufen zu dürfen.

„Mit dieser Mühle müsste ich nicht mehr wochenlang über das wilde Meer fahren, um Salz zu beschaffen“, klagte er. Der Schiffer ließ nicht locker und nach etlichen Stunden harter Verhandlungen verkaufte die Schwester ihm die Handmühle für viele tausend Taler. Ungeduldig verließ der Schiffer das Haus und hörte der Schwester nicht zu, als sie ihm die magischen Worte der Mühle verriet.

Der Schiffer fuhr weit raus aufs Meer, bevor die Schwester sich den Handel anders überlegen konnte. Mitten auf dem Meer hob er die Handmühle in die Luft und sagte: „Mahle mir Salz!“ Der Schiffer drehte an der Kurbel der Handmühle und sie begann, Salz zu mahlen. Immer mehr und mehr Salz sprudelte aus ihr, die Salzberge auf dem Schiff wuchsen und wuchsen. „Hör auf, es ist genug!“, rief der Schiffer verzweifelt, doch er kannte die magische Formel nicht, mit der die Mühle aufhören würde zu mahlen. So spuckte sie weiter Salz aus, bis das Schiff schließlich unter der Last im Meer versank. Doch auch auf dem Meeresboden hörte die Mühle nicht auf, Salz zu mahlen. So mahlt sie immer weiter noch bis zum heutigen Tag und sorgt dafür, dass das Meerwasser salzig ist.

Experiment: Wie schmeckt das Meer?

Wenn du schon einmal die Nordsee und die Ostsee besucht hast, hast du bestimmt schon festgestellt, dass das Nordseewasser viel salziger schmeckt als das Ostseewasser. Das Ostseewasser schmeckt fast gar nicht salzig. Warum ist das so?

In diesem Experiment kannst du das Salzwasser verschiedener Meere herstellen und untersuchen, wie sich das Wasser unterscheidet.


Achtung: Das Experiment ist ungefährlich. Du solltest das Salzwasser aber nicht trinken. Probiere stattdessen nur ein paar Tropfen des Salzwassers.

Du brauchst:

  • Salz
  • Wasser
  • 3 Messbecher oder leere 1-Liter-Flaschen
  • 4 Gläser (oder andere Gefäße)
  • einen Löffel
  • eine Waage
  • drei kleine Zettel
  • einen Stift

So geht’s:

Vorbereitung: Bevor du das Experiment durchführen kannst, musst du das Wasser für die Meere Nordsee, Ostsee und Totes Meer anmischen.

Pssst, das Tote Meer ist eigentlich gar kein richtiges Meer, sondern ein sehr großer Salzsee in Asien. Es ist eines der salzigsten Gewässer auf der Erde.

  1. Miss für jedes Meer 1 Liter Wasser mit einem Messbecher oder der Flasche ab.
  2. Wiege nun für jedes Meer die benötigten Mengen Salz ab. Wie viel du für jedes Meer brauchst, kannst du in der Tabelle sehen. Für die Nordsee sind das zum Beispiel 35 Gramm Salz.
Meerbenötigte Menge Salz
Nordsee35 Gramm
Ostsee15 Gramm
Totes Meer280 Gramm
  1. Gib das Salz in das Wasser und rühre so lange gut um, bis sich das gesamte Salz im Wasser aufgelöst hat. Notiere auf einem Zettel, den Namen des Meeres und stelle deinen Messbecher oder deine Flasche mit dem Meerwasser darauf.

Tipp: Weil im Toten Meer so viel Salz enthalten ist, dauert es ein bisschen länger, bis sich das gesamte Salz aufgelöst hat. Lass es etwas stehen und rühr immer wieder mal um. (ggf. bereitest du deine „Meere“ einfach einen Tag vorher vor und lässt sie über Nacht stehen)

  1. Nun füllst du von jedem deiner hergestellten „Meere“ etwas Wasser in ein Wasserglas. In ein viertes Glas füllst du Wasser aus dem Wasserhahn.
  2. Nun kann das Experiment losgehen!

Durchführung:

Blindtest

Nimm deine vorbereiteten Wassergläser und vertausche sie, bis du nicht mehr weißt, welches Meerwasser in welchem Glas ist.

Schau dir die Gläser nun genau an. Kannst du mit dem Auge einen Unterschied zwischen den „Meeren“ erkennen?

Geschmackstest

Mache einen Geschmackstest: Wenn du dir die „Meere“ gut angeschaut hast, probiere sie jetzt. Tauche einen Finger hinein und lecke ihn ab. Wie schmeckt das Wasser? Schmeckst du einen Unterschied zwischen den Meeren? Welches schmeckt am salzigsten? Welches schmeckt am wenigsten salzig?

Sortiere die Meere nach ihrer Salzigkeit. Fang beim Meer an, das am wenigsten salzig schmeckt. Kannst du sie nun den Meeren zuordnen? Um zu schauen, ob du alles richtig zugeordnet hast, vergleiche den Geschmack von dem Wasser aus dem Glas und dem aus der Flasche.