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Tiere & Pflanzen

Krebstiere

Krebstiere können sehr unterschiedlich aussehen. Doch nahezu alle haben fünf Beinpaare, also insgesamt zehn Beine. Außerdem haben alle Tiere Scheren und einen Panzer, der sie schützt. Dieser wächst aber nicht mit. Deshalb müssen sie sich mehrmals häuten und ihren Panzer ablegen, wenn sie gewachsen sind.

Krebstiere können in zwei Gruppen eingeteilt werden: die Garnelen und die Krebse, auch Krabben genannt. Garnelen sind länglich geformt und ihre Scheren sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nur schwer zu erkennen sind. Ihr Schwanz ist lang nach hinten gestreckt.

Krebse haben eher eine quadratische Form und zwei gut zu erkennende Scheren. Außerdem ist ihr Schwanz unter ihren Bauch geklappt oder umgeformt. Dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass die Krabbe nur acht Beine hat, obwohl Krebstiere eigentlich zehn haben. Zwei haben sich zu den großen Scheren umgebildet, die vorne vor ihrem Gesicht anliegen.

Strandkrabbe

Strandkrabben leben in Küstengebieten im Flachwasser. Nur im Winter ziehen sie sich in tieferes Wasser zurück. Dort ist es etwas wärmer als an der Küste. Vielleicht hast du am Strand schon einmal einen leeren Panzer gefunden. Der stammt vermutlich von einer Strandkrabbe.

Wenn sie sich nämlich häutet, wirft sie ihren Panzer ab. Danach kann sich ein neuer Panzer bilden. Bis die Strandkrabbe ausgewachsen ist, häutet sich sie sich über vierzehn mal! Auch ausgerissene Beine können dabei wieder nachwachsen.

Wieso laufen Strandkrabben seitwärts?

Vielleicht hast du schon einmal eine Strandkrabbe beim Laufen beobachten können. Das sieht ganz witzig aus, denn sie läuft seitwärts. Im Video erfährst du, wie das aussieht und warum sie das eigentlich tut.

Quelle: YouTube – Die Maus | WDR

Nordseegarnele

Die Nordseegarnele wird auch Sandgarnele genannt. Du findest sie in den Prielen, die während der Ebbe in der Nordsee entstehen. Es ist aber gar nicht so leicht, eine zu entdecken. Sie sind nämlich gut getarnt, sodass sie nicht so leicht vom Sandboden zu unterscheiden sind.

Quelle: wikimedia – Lamiot, CC BY-SA 4.0, Bildausschnitt verändert

Im Herbst, wenn es kühler wird, ziehen sich die Krebstiere in das tiefere Wasser zurück. Dort ist es nämlich etwas wärmer als im Flachwasser. Die Nordseegarnele jagt nicht nur selber, sondern wird auch gejagt. Leider auch von uns Menschen, für zum Beispiel Krabbenbrötchen. Dabei kommen große beutelartige Netze zum Einsatz, die entlang des Meeresbodens gezogen werden. Das stört die Pflanzen und Tiere im Wasser, denn die Netze zerstören weite Flächen des Meeresbodens.

Ostseegarnele

Ostseegarnelen werden auch Felsengarnelen genannt. Sie stehen auf der Speisekarte vieler Vögel und Fische. Dadurch nehmen sie eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz ein. Ostseegarnelen sind nachtaktiv. Am Tag verstecken sie sich im Seegras oder zwischen Algen.

Quelle: wikimedia – MathiasATgenion.de, CC BY-SA 4.0, Bildausschnitt verändert

Erst in der Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche. Felsengarnelen sind in ihrer Umgebung sehr gut getarnt. So sind sie nur schwer zu erkennen. Das schützt sie vor Fraßfeinden.

Seepocke

Bestimmt hast du am Strand auch schon mal Seepocken entdeckt. Das sind diese kleinen weißen Knubbel, die manchmal auf Muscheln und Krebspanzern zu finden sind, aber auch an den Holzpfählen von Stegen oder Buhnen und auf Steinen.

Aber wusstest du, dass diese kleinen kraterförmigen Dinger Tiere sind und keine Kalkablagerungen? Ja wirklich, in ihrem Inneren verbergen sich kleine Tierchen. Die eigentliche Seepocke, die übrigens zu den Krebsen gehört. Aber anders als die Krebse, die du sonst kennst, können sich sich nicht mehr fortbewegen. Sie sind festgewachsen. Zu Gesicht bekommst du die kleinen Krebstiere nur unter Wasser.

Nur dann wagen sie sich aus ihrem schützenden Panzer und strecken ihre Fangarme hinaus. Die sehen aus wie kleine Federbüschel. Mit den Fangarmen fangen sie ihre Nahrung aus dem Wasser. Das sind winzig kleine Organismen, die im Meer schwimmen, das Plankton.

Seepocken beim „Angeln“

Im Video kannst du beochten, wie die Seepocken ihre Fangarme immer wieder rausstrecken und damit ihre Nahrung aus dem Wasser „angeln“.

Seepocken-Experiment

Wenn du Seepocken findest, sind es meist nur ihre geschlossenen oder
leeren Kalkschalen. Wenn die Seepocken trocken fallen, verschließen sie
ihre Schalen, um ihren Körper darin vor Fressfeinden zu verstecken und
sich vorm Austrocknen zu schützen. Unter Wasser öffnen sie die Schalen
wieder und strecken ihre Fangarme aus. Mit ihren Fangarmen strudeln sie
nämlich ihre Nahrung heran. In diesem Experiment kannst du beobachten,
wie das aussieht.

Beobachte die Seepocken unter Wasser!

Tipp: Seepocken wachsen oft am Ufer, z.B. auf Steinen oder Holzpfählen. Wenn das Wasser über die Seepocken schwappt und du ganz genau hinschaust, kannst auch dort beobachten, wie sie für einen kurzen Moment ihre Fangarme ausstrecken und schnell wieder einziehen. Versuch’s doch mal!

Du brauchst:

  • eine Becherlupe oder ein leeres Glas
  • einen Stein oder eine Muschel mit Seepocken darauf
  • Meerwasser

So geht´s:

  1. Suche am Meer nach Steinen oder Muscheln, die mit Seepocken bewachsen sind. Achte darauf, dass die Seepocken kein Loch in der Mitte haben. Das bedeutet nämlich, dass die Schalen leer sind und keine Seepocke mehr darin lebt.
  2. Fülle die Becherlupe oder das Glas mit kaltem, frischem Meerwasser und lege die Muscheln oder Steine mit den Seepocken hinein.
  3. Stelle dein Gefäß an einen ruhigen und schattigen Platz.
  4. Nun ist deine Beobachtungsgabe und etwas Geduld gefragt! Siehst du, wie sich nach einiger Zeit die Schalen der Seepocken öffnen und sie ihre Fangarme herausstrecken?
  5. Wenn du mit deinen Beobachtungen fertig bist, bringe die Seepocken wieder an den Ort zurück, wo du sie gefunden hast.

Einsiedlerkrebs

Einsiedlerkrebse haben eine besondere Eigenschaft. Im Gegensatz zu anderen Krebsen, können sie ihren Panzer nämlich nicht selber bilden. Darum suchen sie nach leeren Schneckenhäusern, die zu ihrer Größe passen, um ihren weichen Körper zu schützen. Wenn das momentane Haus zu klein wird für den Einsiedlerkrebs, begibt er sich auf die Suche nach einem neuen Haus.

Quelle: wikimedia – Maximilian Paradiz, CC BY 2.0, Bildausschnitt verändert

Sobald die Krebse ein neues, geeignetes Haus gefunden haben, werfen sie ihr altes ab. Durch den vielen Müll im Meer, suchen manche Krebse leider auch in unseren Abfällen Unterschlupf, zum Beispiel in Schraubverschlüssen aus Plastik.. Gelegentlich versammeln sich die Einsiedlerkrebse, um ihre alten Häuser an einander zu vergeben. Einsiedlerkrebse ernähren sich von Aas und gehen auf die Jagd, um Nahrung zu fangen. Junge Krebse leben in küstennahen Gebieten, in denen das Wasser eher flach ist. Nur die älteren Tiere leben im tiefen Wasser.

Setze die Wörter in die richtigen Lücken und lerne mehr über das Leben von Einsiedlerkrebsen im Meer:

Schlickkrebs

Wenn du schon einmal im Watt warst, hast du sicherlich einem leisen Knistern lauschen können. Dieses Geräusch stammt vom Schlickkrebs. Zwischen seinen Antennen bildet sich nämlich ein Wasserhäutchen, das durch das Wasser in den umliegenden Pfützen entsteht. Sobald der Krebs seine Antennen bewegt, reißt das Wasserhäutchen auf und es macht „Blubb“!

Quelle: wikimedia – C. Löser, CC BY 3.0 DE, Bildausschnitt verändert

Das Wattknistren entsteht, wenn das bei ganz vielen Schlickkrebsen gleichzeitig passiert Auf einer Fläche, die so groß ist wie eine Schultafel, leben nämlich mehrere Tausend Schlickkrebse. Schlickkrebse leben in kleinen U-förmigen Röhren im Meeresboden. Sie stehen auf der Speisekarte vieler anderer Tiere. Dadurch nehmen sie eine wichtige Rolle im Wattenmeer ein.

Meerassel

Die Meerassel ist eine Krebsart, die in der Nordsee und der Ostsee vorkommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebstieren, die fünf Beinpaare haben, hat die Assel ganze sieben Beinpaare. Außerdem ist sie nah mit den Kellerasseln verwandt, die du vielleicht schon einmal unter einem Stein oder Totholz gesehen hast.

Quelle: beachexplorer – Rainer Schulz, CC BY-SA 3.0 DE, Bildausschnitt verändert

Strandfloh

Obwohl der Name es vermuten lässt, sind Strandflöhe gar nicht mit den Flöhen an Land verwandt. Stattdessen gehören sie zu den Krebsen. Ihren Namen verdanken sie ihren tollen Springkünsten. Mit einer Größe von nur etwa 16 Millimetern können sie aus dem Stand 30 Zentimeter weit hüpfen. Das ist so als würde ein Mensch 320 Meter weit springen können.

Quelle: wikimedia – Arnold Paul / bearbeitet von Waugsberg und Buchling, CC BY-SA 2.0 DE, Bildausschnitt verändert

Das entspricht etwa der Länge von zwei Fußballfeldern. Strandflöhe sind nachtaktiv. Am Tag verbuddeln sie sich im feuchten Sand oder verstecken sich unter Treibgut.